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Informationen und Resourcen zum Thema Sprachursprung

Hier können Sie einige Bücher und Zeitschriften zum Thema Sprachursprung finden. Diese Liste ist natürlich unvollständig und kann eine die eigene Recherche nicht ersetzen.

Achtung: ich bekomme immer wieder e-mails, in denen ich meist junge Menschen bitten, Ihnen entweder ein gutes Buch zum Thema Sprachursprung zu empfehlen oder eine Kurzversion von Buch XY zu senden, da die armen Leutchen ja leider keine Zeit haben, es selbst zu lesen.

Deshalb: Als Eingangslektüre empfehle ich
Dieter E. Zimmer: So kommt der Mensch zur Sprache. Über Spracherwerb, Sprachentstehung, Sprache & Denken. Und über die hier vorgestelllten Werke werde ich mich hüten, extrem bequemen Lesephobikern unter die Arme zu greifen!.

Zimmer, Dieter E. : So kommt der Mensch zur Sprache. Über Spracherwerb, Sprachentstehung, Sprache & Denken. 1986

Sehr gut für Einsteiger in die Materie geeignet (habe ich während meinem Zivi gelesen). Ist mittlerweile meines Wissens nach auch neu aufgelegt worden.
Zimmer hat sich eingehend und aus einem erfrischend unparteiischen Blickpunkt mit den verschiedenen Facetten der Materie beschäftigt, ein ziemlich umfassendes Literaturverzeichnis liegt bei.

William H. Calvin and Derek Bickerton, Lingua ex Machina: Reconciling Darwin and Chomsky with the human brain (MIT Press, 2000).

Derekt Bickerton (Language and Species, Roots of Language) und Calvin haben sich in Itallien zusammengesetzt und dieses Buch geschrieben. Es ist online über den oberen Link im Netz.
Ihr Respekt von Chomsky verbietet es ihnen, einen freien Weg zu gehen, deshalb "interpretieren" sie Chomskys LAD etwas um, um über eine Protosprache dann endlich zu einer neurologischen Grammatik zu gelangen.
So kommen sie zu abstrusen Schlussfolgerungen und enden (wie sie meinen) mit einem versöhnlichen Brückenschlag zwischen Darwin und Chomsky.

Meine Lieblingsstelle aus dem Buch (in der gedruckten Fassung, p. 195 oder Chapter 15 ganz am Anfang):
"The evidence that all species, including our own, developed through natural selection operating on genetic variation is so overwhelming, one might think that only those driven by some ideological agenda could fail to accept it.
The evidence that language is an innate, species-specific, biological attribute that must possess a specialized neural infrastructur is so overwhelming, one might think that only those driven by some ideological agenda could fail to accept that, too."

Ich bekenne: Ich glaube nicht, dass Grammatik angeboren ist! An meiner Agenda arbeite ich noch.

Pinker, Steven: Der Sprachinstinkt. Wie der Geist die Sprache bildet. dt. 1998

Steven Pinker (Der Spiegel nannte ihn unlängst einen "Star-Linguisten"..) ist ein Anhänger von Chomsky. Für Chomskyaner bildet der Geist die Sprache. Wer nicht alles glaubt, was er liest, der kann auch getrost zu diesem Werke greifen, zeigt es doch ganz deutlich, welche Aspekte von Linguisten als wichtig erachtet werden. Und Pinker hat den Begriff des Sprachinstinkts geprägt...
Achja, warum steht das Buch hier in der Liste? Es gab einen Vorläufer-Artikel: Steven Pinker und Paul Bloom -Draft of NATURAL LANGUAGE AND NATURAL SELECTION

Keller, Rudi: Sprachwandel. 1994

Die aufmerksamen Leser werden schon bemerkt haben, dass sich die Frage nach dem Sprachursprung immer nur über eine Sprachtheorie gehen lässt, die dann entsprechend mit Argumenten unterfüttert wird.
Keller gibt hier einen Einblick in die Theorie der unsichtbaren Hand, das er unterhaltsam und stets spannend und fundiert darlegen kann. Dabei ist er sich seines begrenzten Wissens bewußt und strapaziert somit die Toleranz der Leser nicht mit allzu absurden Theorien (wie z.B. Pinker). Alles in allem sehr empfehlenswert, auch wenn um das Thema "Grammatik" ein weiter Bogen gemacht wird.
Beachten Sie auch meine Rezension zu diesem Buch.

 
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Created and last updated: by Jens Maier 12.08.2004